Perfektionismus – Fluch oder Segen?

Es gibt Menschen – wie mich zum Beispiel – die wollen das, was sie machen, immer besonders gut machen. Das ist ja auch grundsätzlich etwas Gutes: Genauigkeit und Sorgfalt sind die Stärken solcher Menschen. Aber nach dem Modell des Kernquadrats gehört zu jeder Stärke auch eine Schwäche, welche die Übertreibung der Stärke ist. Menschen, die die Stärke Genauigkeit oder Sorgfalt haben, neigen in manchen Situationen zum Perfektionismus. Perfektionismus bedeutet, dass es für die Person nicht ausreicht, eine Aufgabe gut zu machen, sondern sie möchte sie perfekt ausführen. Dazu gehört auch, dass diese Person eigentlich nie zufrieden mit sich ist, weil es immer Aspekte gibt, die noch besser sein könnten.

Was meine Website-Gestaltung angeht, bin ich zum Beispiel sehr perfektionistisch. Ich habe die Veröffentlichung wochenlang vor mir hergeschoben, und als sie online war, hab ich noch eine Woche gebraucht um meinem Umfeld zu erzählen, dass sie endlich online ist :-D Ich fand, dass die Website noch nicht „gut genug“ war um veröffentlicht zu werden. Ich habe ständig noch Dinge verbessert und teilweise an kleinen Kleinigkeiten stundenlang gearbeitet.

Perfektionismus geht aber leider meist einher mit einem starken Gefühl der Unzufriedenheit mit sich selbst und seinen Leistungen, was zu einem starkem Minderwertigkeitsgefühl und einer negativen Weltsicht führen kann. Die betroffenen Menschen leiden darunter, ihre Aufgaben nicht „gut genug“ erledigen zu können und haben unerreichbare Erwartungen an sich selbst und oft auch an andere. Sie stehen sich oft selbst im Weg, weil sie ihre Aufgaben nicht fertigstellen können oder haben sogar Angst Aufgaben auszuführen, weil das Ergebnis nicht perfekt sein könnte.

Woher kommt Perfektionismus?

Perfektionistische Menschen haben oft früh in ihrer Kindheit gelernt, Leistung zu bringen um von ihrem Umfeld geliebt zu werden. Hinter Perfektionismus steht oft die große Angst nicht genug gesehen und wertgeschätzt zu werden.

Was kann ich gegen Perfektionismus machen?

Du kannst Perfektionismus nicht abstellen. Er gehört zu Deiner Stärke Genauigkeit, die sehr wertvoll ist, dazu. Aber Du kannst dafür sorgen, dass der Perfektionismus Dich nicht beherrscht und blockiert:

Der erste Schritt ist, dass Du erkennst, dass Dein Perfektionismus Dir manchmal schadet oder Dich blockiert. Das hilft schon sehr dabei zu erkennen, in welchen Situationen weniger Perfektionismus angebracht wäre.

Als zweiter Schritt ist es gut Dir anzugewöhnen, darüber zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Ha, da hab ich´s schon wieder gemacht! ;-)

Der dritte Schritt ist, darüber zu reflektieren, warum Du in diesen Situationen perfektionistisch bist. Hast Du Angst vor einer bestimmten Reaktion der anderen? Hast Du Angst davor, Dich schlecht zu fühlen? Ist diese Angst realistisch? Blockiert Dich die Angst?

Der vierte Schritt ist dann die Entwicklung Deiner Herausforderung: Nach dem Modell des Kernquadrats ist die Herausforderung eine positive Eigenschaft, die das Gegenteil der Schwäche ist, in diesem Fall des Perfektionismus. Das könnten zum Beispiel Gelassenheit, Flexibilität oder Mut sein. Ich kann hier nur Begriffe vorschlagen. Welcher Begriff für Dich am Besten passt, kannst Du nur selbst herausfinden. (Wenn Du magst, komm zu einem meiner Kernquadrat-Workshops und finde es heraus!)

Mein eigenes Kernquadrat zu diesem Thema siehst Du unten. Als ich merkte, dass ich bezüglich meiner Website sehr perfektionistisch war, habe ich auch festgestellt, dass ich die Sorge hatte, dass potenzielle Kunden auf meiner Website landen, aber wieder „abspringen“, weil sie ihnen nicht gefällt. Die Sorge ist durchaus realistisch, aber durch eine noch etwas perfektere Website kaum einzugrenzen. Es wird immer Leute geben, die meine Website nicht gut finden. Außerdem hat mich der Perfektionismus blockiert, da mein Hauptanliegen das Bekanntwerden meines Business ist, und ich das immer weiter hinausgezögert hab.

Für mich war in dieser Situation die Herausforderung „Gelassenheit“, da ich eine gelassenere Einstellung brauchte. Ich kann es nie allen potenziellen Kunden Recht machen. Mit dieser Einstellung und ein wenig Mut hab ich dann die Website online gestellt und angefangen sie zu bewerben :-)

Wogegen sind Perfektionisten allergisch?

Um das Kernquadrat rund zu machen, fehlt noch die Übertreibung der Herausforderung. Diese Eigenschaft kann die Person oft nicht ausstehen – sie ist dagegen quasi „allergisch“. In meinem Fall ist das „Schlampigkeit“. Dieses Wort passt für mich, da es in meiner Familie immer verwendet wurde. Wenn Du mit diesem Wort nichts anfangen kannst oder ein anderes Wort verziehst – feel free – es ist Dein Kernquadrat.

Wenn Du nun neugierig geworden bist und mehr über das Kernquadrat und Deine Stärken und Schwächen erfahren möchtest, kontaktiere mich!

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